Bogenschießen - Wissen (11)

Der Deutsche Schützenbund und seine Landesverbände nutzen das Postitionsphasenmodell zur Ausbildung seiner Trainer und Übungsleiter. Das Modell wurde für die Olympic Recurve Schützen entwickelt. Deren Bögen besitzen ein einstellbares Visier und einen sogenannten "Klicker". Der Klicker erzeugt ein Geräusch, wenn der Schütze den Pfeil eine definierte Länge ausgezogen hat und dient der Auszugskontrolle.

Hier meine Überarbeitung des Modells für Schützen ohne Visier und ohne Klicker. 

Nullstellung (stabiler STAND:
Füsse schulterbreit
Schulter / Linie Schuhspitzen zeigt zum Ziel
Becken nach hinten gekippt
Po- und Bauchmuskulatur gespannt

Pfeil auflegen, Bogen und Sehne greifen, Bogen unter leichtem Zug bringen, Griffstück drückt gegen Daumenballen

Positionsphase 1 (GRIFF):
Kopf zum Ziel gedreht
Schultern tief
Bogenarm gestreckt
Schulterblatt Bogenarm an der Wirbelsäule
Bogen zeigt Richtung Ziel, ist dabei noch ungefähr 45° nach vorne gekippt

Übergang zu PP2:
Bogen anheben, beide Hände auf Augenhöhe, leichte Spannung der Sehne halten

Positionsphase 2 (Bogen SCHULTER tief):
Schulterblatt Bogenarm fixiert
Schultern tief

Bogenschulter bewusst nach unten setzen

Übergang zu PP3:
Auszug in den Anker, Anker unter dem Kinn oder auf der Wange, Ellenbogen der Zughand noch nicht in Verlängerung zum Pfeil

Positionsphase 3 (ANKER):
rechtes Schulterblatt hat noch Abstand zur Wirbelsäule

Je nach Stand und Entfernung über, unter oder auf dem Ziel

Übergang zu PP4 (ZUG, LÖSEN):

Ziehen / Drehen des Schulterblatts zur Wirbelsäule, dadurch Drehbewegung des Ellenbogen nach hinten, passives Lösen

 

Positionsphase 4 (NACHHALTEN):
Nachhalten
Schuss verfolgen und analysieren

Nullstellung

 

Mittwoch, 12 Februar 2020 19:35

Zielen beim traditionellen Bogenschiessen

geschrieben von

Der Bogen eines traditionellen Bogenschützen hat kein Visier. Aber auch ohne Visier kann man Zielen. Es gibt verschiedene Zielmethoden

  • Zielen über die Pfeilspitze
  • Zielen über das Bogenfenster

Beim intuitiven Schiessen wird hingegen nicht gezielt, stattdessen weiss der Körper durch gelernte Erfahrung wie Bogen und Pfeil auszurichten sind.  

 

Damit ich treffe, muss ich beim Zielen 2 Aufgaben lösen :

1. Wie ziele ich in die richtige Richtung ?

Dazu bringe ich das führende Auge und die Pfeilspitze oder die Kante des Bogenfensters in eine Linie parallel zum Pfeil. Dies erreiche ich zum Beispiel durch Neigen des Kopfes, bis das führende Auge über dem Pfeil steht. Oder ich nehme die Kante des Bogenfensters, welche ungefähr den gleichen horizontalen Abstand zum Pfeil hat wie auch bei geradem Kopf das führende Auge. Wenn dann der Pfeil die richtige dynamische Härte hat und die Pfeilauflage korrekt eingestellt wurde, kann ich damit recht präsize mein Ziel anpeilen. Dies gilt für Bögen mit einem stark ausgeschnittenen Schussfenster, durch das der Pfeil geradeaus Richtung Ziel fliegt.Wenn ich über die Pfeilspitze das Ziel anpeile, aber den Kopf nicht über den Pfeil neige, stimmen Blickrichtung und Flugrichtung nicht überein und ich muss entsprechend korrigieren oder schiesse als Rechtshandschütze links vorbei.

Falls ich mit einem Bogen ohne Schussfenster wie z.B. einem Langbogen oder Primitivbogen schiesse, windet sich der Pfeil um den Bogen. Er zeigt also in eine andere Richtung, als er fliegt. Dann kann ich entweder die Pfeilauflage oder das Bogenfenster nehmen (falls vorhanden). Oder ich versuche das führende Auge so zu positionieren, dass der Blick über die ausgezogene Pfeilspitze parallel zur Flugrichtung liegt. 

2. Wie bestimme ich beim Zielen den richtigen Abschusswinkel ?

Wenn ich über die Pfeilspitze visiere, gibt es eine Entfernung bei der sich das Ziel genau auf Höhe der Pfeilspitze befindet. Bei weiter entfernten Zielen muss ich dann mit der Pfeilspitze über das Ziel halten, bei näheren Zielen halte ich dementspechend unter das Ziel. Den passenden Winkel für die unterschiedlichen Entfernungen kann man durch Training verinnerlichen.

 

Meine Zielweise hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Anfangs habe ich über die Pfeilspitze gezielt, aber den Kopf nicht geneigt. Dementsprechend musste ich mit der Pfeilspitze rechts neben das Ziel halten, um zu treffen. Vor ca. 2 Jahren fing ich an, den Kopf zu neigen und konnte nun das Ziel direkt anvisieren. Zum einen hat das meiner Halswirbelsäule nicht gefallen. Zum anderen habe ich bei Schüssen ab 30 Meter mit der Pfeilspitze das Ziel verdeckt. 

Set dem Sommer 2018 ziele ich stattdessen über das Bogenfenster. Dadurch muss ich den Hals nicht neigen und sehe bis 50 Meter mein Ziel. Allerdings lässt sich das Bogenfenster nicht ganz so präzise wie die Pfeilspitze auf ein Ziel ausrichten.

 

 

 

 

Dienstag, 18 Juni 2019 21:22

Das Positionsphasenmodell

geschrieben von

Der Deutsche Schützenbund und seine Landesverbände nutzen das Postitionsphasenmodell zur Ausbildung seiner Trainer und Übungsleiter. Das Modell wurde für die Olympic Recurve Schützen entwickelt. Deren Bögen besitzen ein einstellbares Visier und einen sogenannten "Klicker". Der Klicker erzeugt ein Geräusch, wenn der Schütze den Pfeil eine definierte Länge ausgezogen hat und dient der Auszugskontrolle. Hier eine kurze Zusammenfassung des Modells wie ich es beim WSV1850 lerne. 

Nullstellung (stabiler STAND:
Füsse schulterbreit
Kopf zum Ziel gedreht
Schulter / Linie Schuhspitzen zeigt zum Ziel
Becken nach hinten gekippt
Po- und Bauchmuskulatur gespannt

Pfeil auflegen, Bogen und Sehne greifen, Bogen unter leichtem Zug bringen, Griffstück drückt gegen Daumenballen

Positionsphase 1 (GRIFF):
Schultern tief
Bogenarm gestreckt
Schulterblatt Bogenarm an der Wirbelsäule
Bogen zeigt Richtung Ziel, ist dabei noch ungefähr 45° nach vorne gekippt

Übergang zu PP2:
Bogen anheben, beide Hände auf Augenhöhe, leichte Spannung der Sehne, Sehnenschatten für Visierschützen

Positionsphase 2 (Bogen SCHULTER tief):
Schulterblatt Bogenarm fixiert
Schultern tief

Übergang zu PP3:
Auszug in den Anker, für Olympic Recurve fester Block unter dem Kinn, Pfeil noch 2-3 mm im Klicker, Ellenbogen der Zughand noch nicht in Verlängerung zum Pfeil

Positionsphase 3 (ANKER):
rechtes Schulterblatt hat noch Abstand zur Wirbelsäule

VorZiel etwas über dem Ziel
Anker unter dem Kinn

Übergang zu PP4 (ZUG, LÖSEN):
Zielen, Ziehen /Drehen des Schulterblatts zur Wirbelsäule, dadurch Drehbewegung des Ellenbogen nach hinten, (Pfeil durch Klicker ziehen), passives Lösen

Positionsphase 4 (NACHHALTEN):
Nachhalten
Schuss verfolgen und analysieren

Nullstellung

 

Literatur zum Thema:

http://deutscher-bogensportverlag.de/produkt/richtig-schiessen-mit-dem-recurvebogen/

Montag, 26 September 2016 21:52

Was ist beim Turnier in der Klasse BHR erlaubt?

geschrieben von

Beim Turnier in Horb-Mühlen hatten Marco und ich das Vergnügen, mit dem späteren Gewinner (468 Punkte) in der Klasse "Bowhunter Recurve (BHR) Herren" in einer Gruppe schiessen zu dürfen.

Interessant war, was in dieser Bogenklasse an Material zulässig ist - z.B. Metall-Mittelteil mit ILF Wurfarmen, magnetische Pfeilauflage und einstellbarer Button, kurzer Stabilisator mit Dämpfer. Daneben kam ich mir mit meinem Fred Bear Jagdbogen ein wenig antiquiert vor :-)

Hier eine schöne Bildübersicht der International Field Archery Association (IFAA), die Erlaubtes und Verbotenes zeigt:
http://www.ifaa-archery.org/index.php/site-map/bs1/bhr

Dienstag, 02 August 2016 21:47

Bogenschießen aus gesetzlicher Perspektive

geschrieben von

Hier ein interessanter Link, der das Bogenschießen aus gesetzlicher Perspektive hinsichtlich des Waffengesetzes betrachtet. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass ein Bogen als Sportgerät und nicht als (Schuß-)waffe einzuordnen ist und somit auch keinen Beschränkungen unterliegt:

http://bogenblog.de/bogen-waffengesetz

Mittwoch, 30 März 2016 21:26

Korrekte Fingerhaltung auf der Sehne

geschrieben von

Hier ein interessanter Link zu einem Buchauszug, in dem die korrekte Fingerhaltung ("Einhaken") auf der Bogensehne beschrieben wird. Auch wenn die Darstellung einen Schützen zeigt, der unter dem Kinn ankert und mittels Tab und Fingertrenner die Sehne hält, ist die Technik gut zu erkennen und auch für uns übertragbar. Insbesondere die Abbildung 4.3 zeigt sehr gut die Position der Finger auf der Sehne:
http://www.kslinternationalarchery.com/Translations/04%20Hooking_Einhaken.pdf

Mittwoch, 24 Juni 2015 20:23

Technik in Zeitlupe

geschrieben von

Hier ein interessantes Video, bei dem man sich die Schußtechnik mal in Zeitlupe anschauen kann:

Zeitlupe Bogenschiessen

 

Donnerstag, 03 Oktober 2013 20:49

Mittenwicklung anfertigen

geschrieben von

Hier findet sich eine sehr anschauliche Erklärung, wie man eine Mittenwicklung anfertigen kann:

http://de.wikibooks.org/wiki/Bogenbau/_Sehnenbau/_Mittenwicklung