Diese Seite drucken

Modelleisenbahn - Neuigkeiten - Elektronik

Wahrscheinlich weiß jeder im IBM Klub, dass sich die „Sparte Modelleisenbahn“ mit dem Bau von Modellbahnanlagen, also z.B. dem Verlegen von Gleisen und dem Bau von Landschaft und Gebäuden beschäftigt. Die wenigsten Besucher schauen allerdings unter die Anlagen – aber auch hier gibt es vieles Interessantes zu erkunden (und teils auch Abschreckendes, siehe das Foto oben von der „analogen“ Verkabelung der Weichen auf unserer deutschen H0-Anlage) 

Aber hier ist Fortschritt in Sicht: wir beschäftigen wir uns seit vielen Jahren auch intensiv mit der elektronischen Steuerung der Modellbahn und entwickeln selber Hardware (d.h. Elektronik-Module) und Software (für PC und Tablets).

Warum machen wir das? Das gleichzeitige Fahren mehrerer Loks auf einem Gleis wird möglich durch die Codierung der Spannung auf dem Gleis. Hierzu wird nicht mehr eine regelbare Gleichspannung oder Wechselspannung auf das Gleis gelegt, sondern ein „Digitales Signal“ – eine Folge von „0“ und „1“ Werten (eigentlich 3 Werte, um das Taktsignal zu regenerieren, nämlich plus 16Volt, 0 Volt und minus 16V – die Frequenz ist dabei etwa 10 kHz ). Die Loks haben alle eine individuelle Adresse, auf die sie jeweils ausschließlich „hören“ und so unabhängig voneinander gesteuert werden. Eine solche digitale Vielzugsteuerung haben wir auf allen unseren Anlagen im Betrieb, sowohl auf der Spur-0 Anlage (Maßstab 1:45) als auch auf den beiden H0-(1:87) Anlagen nach deutschem bzw. amerikanischen Vorbild.

Bei der US-Anlage wird darüber hinaus die Ansteuerung der Weichen durch ein „Bus-System“ vereinfacht – so muss nicht mehr für jede Weiche und jedes Signal eine individuelle Leitung bis zum Stellpult verlegt werden, sondern nur noch von der Weiche (oder dem Signal) bis zu einem Baustein, der dann an den Bus angeschlossen ist. Gleisbelegtmelder geben über den „Bus“ Informationen ab, ob ein bestimmter Gleisabschnitt belegt ist oder nicht.

Für eine solche Steuerung kann man natürlich fertige Systeme von verschiedenen Herstellern kaufen – aber die Grundlagen einer Steuerung sind nicht so kompliziert, als dass man nicht auch im Bastelzimmer Elektronik und Software entwerfen und bauen könnte. In den letzten Jahren sind bei uns im Selbstbau verschiedene „Decoder“ entstanden, die nur noch eine kurze Verbindung zur Weiche benötigen, im Bild das Foto eines selbstgebauten Weichendecoders mit Anschlussmöglichkeit für 4 Weichenmotoren. 

weichendekoder

Neben diesen Elektronik-Selbstbauten arbeiten wir auch an einer Software-Steuerung der US-Anlage, hierzu wird in Java und Kotlin Software für den zentralen Steuerungs- PC und für Android-Tablets entwickelt (siehe auch https://opensx.net ). Wer Interesse an Modellbahnen und/oder Elektronik-Selbstbauprojekten hat (inzwischen meist auf Arduino Basis, die Software kann hierbei direkt mit jedem PC erstellt und ohne ein spezielles Programmiergerät auf den Mikrocontroller geladen werden) oder wer Lust auf Entwicklung von Software zur Steuerung der Modellbahnen hat, ist gern eingeladen, jeweils Donnerstags ab Spätnachmittag bei uns vorbeizuschauen und Näheres zu erfahren.